Großbrand auf ehemaligem Vion-Gelände in Wunstorf
- Eike Brand

- vor 16 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
📟 Alarmierungszeit: 07.06.2026 23:40 Uhr
📍 Einsatzort: Wunstorf - Luther Weg
🚒 Eigene Kräfte: TLF3000, LF8, MTW
Ein Großbrand auf dem ehemaligen Vion-Gelände in Wunstorf hat seit Sonntagabend einen
der größten Feuerwehreinsätze der vergangenen Zeit ausgelöst. Gegen 23:15 Uhr gingen bei der Feuerwehr zahlreiche Notrufe aus der Bevölkerung ein. Zusätzlich meldeten mehrere Lokführer eine starke Rauchentwicklung im Bereich des Geländes.
Bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zeigte sich das Ausmaß des Brandes. Eine
Lagerhalle stand in weiten Teilen in Flammen. Dichter Rauch stieg mehrere hundert Meter in den Nachthimmel auf und war weit über die Stadtgrenzen hinaus sichtbar. Aus zahlreichen Öffnungen des Gebäudes schlugen Flammen.

Aufgrund der Lage wurde die Alarmstufe umgehend erhöht und weitere Kräfte gemeinsam
mit der ELO (Einsatzleitung-Ort) nach Wunstorf alarmiert. Im Verlauf des Einsatzes waren
rund 300 Einsatzkräfte vor Ort. Neben den Feuerwehren der Stadt Wunstorf kamen zahlreiche überörtliche Einheiten zur Unterstützung hinzu.
Für die Brandbekämpfung wurden insgesamt drei Drehleitern aus Wunstorf, Neustadt und
Garbsen eingesetzt. Gemeinsam mit den Löschzügen aus Neustadt und Garbsen unterstützten sie die Kräfte der Stadtfeuerwehr Wunstorf bei den umfangreichen Löschmaßnahmen.
Zusätzlich kamen der Wasserförderzug der Stadtfeuerwehr Wunstorf sowie weitere
Spezialkomponenten zum Einsatz, um die Wasserversorgung und den hohen Personalbedarf sicherzustellen.
Um die enorme Menge an Löschwasser zur Einsatzstelle sowie zu den eingesetzten
Drehleitern fördern zu können, wurden rund sechs Kilometer Schlauchleitung verlegt. Die
Wasserversorgung erfolgte aus mehreren Richtungen über Hydranten sowie leistungsstarke Pumpensysteme.
Zur Unterstützung der Einsatzleitung wurde die Drohneneinheit der Regionsfeuerwehr
Hannover alarmiert. Die gewonnenen Luftbilder lieferten wichtige Erkenntnisse über die
Ausbreitung des Brandes und die Wirksamkeit der eingeleiteten Maßnahmen.
Zudem standen der Einsatzleitung verschiedene Fachberater zur Seite. Ein Fachberater
Sanitätsdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe unterstützte bei sanitätsdienstlichen
Fragestellungen und der Absicherung der Einsatzkräfte. Die Verpflegung der zahlreichen
Einsatzkräfte wurde während des gesamten Einsatzes durch die Johanniter-Unfall-Hilfe
Wunstorf sichergestellt.
Zur Einschätzung der Lage forderte die Feuerwehr den Fachberater des THW-Ortsverband
Wunstorf an, um mögliche Einsatzoptionen des THW zu prüfen. Zur weiteren Unterstützung
wurden am Morgen THW-Baufachberater angefordert, die ein Niederlegen von
Gebäudeteilen empfohlen. Insgesamt waren 5 Fachberater des THW im Einsatz.
Eine besondere Premiere erlebte die Ortsfeuerwehr Großenheidorn. Erstmals wurde das neue Hochdruck-Schneid- und Löschsystem „Cobra“ unter realen Einsatzbedingungen eingesetzt.
Das System ermöglichte eine gezielte Brandbekämpfung in Bereichen, die mit
herkömmlichen Mitteln nur schwer erreichbar waren.
Zur Unterstützung der umfangreichen Löschmaßnahmen wurde außerdem ein Großfahrzeug der Flughafenfeuerwehr des Fliegerhorstes Wunstorf angefordert. Aufgrund der Größe des Objektes und der besonderen Herausforderungen der Einsatzlage stellte die zusätzliche Technik eine wertvolle Unterstützung dar.
Im weiteren Einsatzverlauf traf die Einsatzleitung die Entscheidung, Teile der Dachkonstruktion kontrolliert abbrennen zu lassen.

Durch diese Taktik konnte der Brand gezielter bekämpft und ein effektiver Löschangriff im Inneren des Gebäudes ermöglicht werden. Gleichzeitig wurde verhindert, dass sich Einsatzkräfte unnötigen Gefahren durch die geschwächte Dachkonstruktion aussetzen mussten.
Zur Lagebeurteilung der möglichen Schadstoffausbreitung führte der Gefahrgutzug der
Feuerwehr Neustadt mit dem GW-Mess an zahlreichen Punkten in den umliegenden
Ortschaften sowie im Stadtgebiet Messungen der Luft durch. Dabei wurden keine
gesundheitsgefährdenden Werte festgestellt. Die Bevölkerung war zu keiner Zeit in Gefahr,
auch wenn Rauch und Brandgeruch deutlich wahrnehmbar waren.
Wegen der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung über die Warnsysteme
informiert. Insbesondere die Bewohnerinnen und Bewohner in mehreren Ortschaften wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Im Verlauf des Einsatzes hat sich ein Feuerwehrmann leicht verletzt, er wurde durch den Rettungsdienst betreut.
Am Montagnachmittag waren dann 100 Einsatzkräfte noch an der Einsatzstelle. Teile des
Gebäudes wurden kontrolliert abgetragen, um eine Destabilisierung des Schornsteins zu
verhindern und weitere Gefahren auszuschließen.

Parallel liefen Nachlöscharbeiten sowie die Kontrolle von Glutnestern. Um 18:10 Uhr konnte nach rund 19 Stunden Einsatzdauer
schließlich „Feuer aus“ gemeldet werden. Heute Abend wurde außerdem noch eine
Brandnachschau durchgeführt und die komplette Einsatzstelle mit einer Wärmebildkamera
kontrolliert.








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